Kurz gesagt

Eine Klimaanlage verliert auch ohne Defekt allmählich Kältemittel über ihre Dichtungen. Ein Klimaservice etwa alle zwei Jahre ersetzt Kältemittel und Kompressoröl, prüft die Anlage auf Dichtheit und schützt so den Kompressor. Eine Desinfektion gegen muffigen Geruch ist eine eigene Arbeit und bei Bedarf zusätzlich sinnvoll.

Wie funktioniert die Klimaanlage im Auto?

Die Klimaanlage arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank. Ein Kältemittel kreist in einem geschlossenen System, nimmt im Innenraum Wärme auf und gibt sie außen wieder ab. Vier Bauteile sind dafür entscheidend.

  • Kompressor: Wird vom Motor angetrieben und verdichtet das gasförmige Kältemittel. Dabei steigen Druck und Temperatur.
  • Kondensator: Sitzt vor dem Kühler. Hier gibt das heiße Kältemittel seine Wärme an den Fahrtwind ab und wird flüssig.
  • Expansionsventil: Entspannt das flüssige Kältemittel, das dabei stark abkühlt.
  • Verdampfer: Sitzt hinter dem Armaturenbrett. Das kalte Kältemittel verdampft und entzieht der vorbeiströmenden Luft Wärme und Feuchtigkeit. Diese gekühlte, trockene Luft gelangt in den Innenraum.

Das Kältemittel transportiert also die Wärme. Mit ihm zirkuliert ein spezielles Kompressoröl, das die beweglichen Teile des Kompressors schmiert. Fehlt Kältemittel, kommt auch das Öl nicht mehr dort an, wo es gebraucht wird.

Warum verliert die Anlage Kältemittel?

Das System ist geschlossen, aber nicht absolut dicht. Schläuche, O-Ringe und die Wellendichtung des Kompressors lassen über die Jahre geringe Mengen Kältemittel entweichen. Das ist kein Defekt, sondern bauartbedingt: Gummi und flexible Leitungen sind für Kältemittel nicht vollständig undurchlässig.

Die Folge: Die Füllmenge sinkt allmählich, die Kühlleistung lässt nach, und der Kompressor läuft mit weniger Öl. Wird die Anlage längere Zeit nicht benutzt, trocknen die Dichtungen zusätzlich aus, und der Verlust nimmt zu. Ein deutlicher, schneller Verlust weist dagegen auf eine Undichtigkeit hin, etwa durch einen Steinschlag im Kondensator oder eine poröse Leitung.

Wie oft sollte man die Klimaanlage warten lassen?

Als Orientierung gilt ein Klimaservice etwa alle zwei Jahre, unabhängig davon, ob die Anlage noch kühlt. Der Grund ist der Kompressor: Er ist auf ausreichend Öl angewiesen, und Ölmangel führt zu Verschleiß, lange bevor Sie an der Kühlleistung etwas bemerken. Ein Kompressorschaden ist deutlich aufwendiger zu beheben als ein regelmäßiger Service.

Ein guter Zeitpunkt ist das Frühjahr, bevor die Anlage in der warmen Jahreszeit täglich läuft. Wer die Klimaanlage das ganze Jahr über nutzt, hält die Dichtungen geschmeidig und bemerkt Probleme früher.

Was passiert beim Klimaservice?

  1. Kältemittel absaugenDas Servicegerät saugt das vorhandene Kältemittel vollständig ab und wiegt es. Die Differenz zur Sollmenge zeigt, wie viel über die Zeit verloren gegangen ist. Das alte Kompressoröl wird dabei abgeschieden.
  2. Vakuum und DichtheitsprüfungDie Anlage wird evakuiert. Das entfernt Feuchtigkeit aus dem Kreislauf, die sonst im System gefrieren oder Korrosion verursachen kann. Hält das Vakuum über die Prüfzeit, ist die Anlage dicht.
  3. Kältemittel und Kompressoröl neu befüllenBeides wird exakt nach Herstellervorgabe eingefüllt. Zu wenig kühlt schlecht, zu viel erhöht den Druck und belastet den Kompressor.
  4. FunktionsprüfungDrücke auf der Hoch- und Niederdruckseite, die Temperatur an den Ausströmern, das Zuschalten des Kompressors und der Lüfter werden kontrolliert.

Klimaservice oder Desinfektion: Was ist der Unterschied?

Beim Klimaservice geht es um den Kältemittelkreislauf. Die Desinfektion betrifft dagegen den Luftweg. Am Verdampfer kondensiert ständig Feuchtigkeit aus der Luft, und in dieser feuchten, dunklen Umgebung siedeln sich Bakterien und Schimmelpilze an. Wird die Anlage eingeschaltet, riecht es muffig aus den Düsen.

Bei der Desinfektion wird der Verdampfer mit einem Reinigungsmittel behandelt, das diesen Belag entfernt. Beide Arbeiten lassen sich kombinieren, sind aber unabhängig voneinander: Eine dichte, gut gefüllte Anlage kann trotzdem riechen, und eine frisch desinfizierte Anlage kann trotzdem Kältemittel verloren haben.

Welche Rolle spielt der Innenraumfilter?

Der Innenraumfilter sitzt vor dem Verdampfer und hält Staub, Pollen und Ruß aus der Luft. Ein zugesetzter Filter bremst den Luftstrom: Das Gebläse wird lauter, und an den Düsen kommt weniger kalte Luft an, obwohl die Anlage selbst in Ordnung ist. Ein verschmutzter Filter hält zudem Feuchtigkeit und begünstigt Gerüche. Der Wechsel gehört deshalb zum Klimaservice oder zur Inspektion dazu.

Woran erkennen Sie Probleme mit der Klimaanlage?

  • Schwache Kühlung: Die Luft wird nur noch lauwarm oder braucht lange, bis sie kalt wird.
  • Muffiger Geruch beim Einschalten: Bakterien am Verdampfer oder ein alter Innenraumfilter.
  • Beschlagene Scheiben: Die Anlage entfeuchtet die Luft nicht mehr ausreichend.
  • Kompressor schaltet nicht zu: Bei zu wenig Kältemittel verhindert ein Druckschalter das Einschalten, um den Kompressor zu schützen. Die AC-Taste leuchtet, aber es wird nicht kalt.
  • Geräusche: Ein Rasseln oder Quietschen beim Zuschalten kann auf die Magnetkupplung, den Keilrippenriemen oder Verschleiß im Kompressor hinweisen.

Tipps für den Alltag

  • Klima auch im Winter einschalten: Läuft der Kompressor regelmäßig, bleiben die Dichtungen durch das Öl geschmeidig. Außerdem trocknet die Anlage die Luft und hält die Scheiben frei.
  • Umluft nicht dauerhaft nutzen: Umluft kühlt schneller, lässt aber die Luftfeuchtigkeit im Innenraum steigen. Die Scheiben beschlagen leichter, und der Verdampfer bleibt feuchter.
  • Vor dem Abstellen Klima aus, Gebläse an: Schalten Sie kurz vor dem Ziel die AC-Taste aus und lassen Sie das Gebläse weiterlaufen. Der Verdampfer trocknet ab, was Gerüchen vorbeugt.
  • Kondensator sauber halten: Insekten und Laub vor dem Kühler verschlechtern die Wärmeabgabe und damit die Kühlleistung.

R134a oder R1234yf: Welches Kältemittel ist drin?

Ältere Fahrzeuge fahren meist mit dem Kältemittel R134a, neuere mit dem klimafreundlicheren R1234yf. Beide brauchen eigene Servicegeräte und dürfen nicht gemischt werden. Welches Kältemittel in Ihrem Auto ist, steht auf einem Aufkleber im Motorraum, meist am Schlossträger oder an der Haube.

Wann Sie damit in die Werkstatt sollten

  • Der letzte Klimaservice liegt etwa zwei Jahre oder länger zurück
  • Die Kühlleistung lässt spürbar nach
  • Es riecht muffig beim Einschalten
  • Die Scheiben beschlagen trotz eingeschalteter Anlage
  • Der Kompressor schaltet nicht zu oder macht Geräusche

Was beim Klimaservice bei uns in Lünen gemacht wird und welche Arbeiten sich sinnvoll kombinieren lassen, lesen Sie auf der Leistungsseite. Einen Termin bekommen Sie über das Rückruf-Formular oder telefonisch unter 02306 / 763 71 72.